4. September 2016

Abnehm-Logbuch #1: Wie ich den ersten zehn Kilos den Kampf ansagte

Der erste Schritt ist bekanntlich oft der schwerste. Ich habe diesen Schritt endlich gewagt und die ersten 10kg Übergewicht sind runter. Auf jeden Fall Zeit Revue passieren zu lassen und euch zu erzählen, wie ich den Kilos den Kampf ansagte.


Jeder von uns hat wohl schon das ein oder andere Mal versucht abzunehmen. Teilweise vielleicht auch mit sehr fragwürdigen Methoden und bei nicht wenigen trat der Effekt des Jojo-Effekts ein. Auch ich war lange Zeit in diesem Sog aus immer mehr Diäten und wenig Durchhaltevermögen und schon bald noch mehr Kilos auf den Rippen. Sei es mit der berühmten Kohlsuppendiät, ab 18 Uhr keine Kohlenhydrate mehr zu essen oder Saftkuren. Sie alle haben eins gemeinsam: und das ist der Verzicht auf etwas. Nicht nur der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel oder Gerichte, sondern auch der Verzicht auf ein ausgelassenes Treffen mit Freunden, einem schönen Essen, einem leckeren Grillabend, Kaffee und Kuchen bei der Oma, rundum, es schränkt das Leben ungemein ein. Klar ist, dass man mit maßlosem Schlemmen natürlich nicht abnimmt, aber mein ganzes Leben wollte ich nicht nach dem Essen ausrichten. Und umso mehr ich über dieses Thema nachdachte, umso mehr machte es Klick. Nicht auf einmal, sondern Stück für Stück.


Die Ernährung unter die Lupe genommen

Ich fing an, meine bisherige Ernährung genauer unter die Lupe zu nehmen und schrieb 3 Tage unter der Woche und ein Wochenende alles auf, was ich aß, wann ich es aß, aus welchem Grund und auch, wann und wie viel ich etwas trank.
Danach untersuchte ich die Lebensmittel, die ich häufig esse, was da denn alles so drin steckt. Und dabei bemerkte ich, dass dort einige versteckte Fallen lauerten. Dinge, die mir unbewusst teilweise bereits klar waren, aber nicht bei allem war mir bewusst, wie viel Zucker zum Beispiel drin steckt.
Oft aß ich morgens Weißbrot mit fettiger Wurst oder Käse, trank über den Tag verteilt mehrere Miclhkaffee mit Zucker, snackte zwischendurch Fruchtjogurts, nahm dann abendsoft fertiges Essen zu mir und naschte vor dem Fernseher weiter, bis ich wirklich voll war. Hinzu kam, dass ich zu wenig Wasser trank und viel zu oft Limo oder Cola. Das kombiniert mit ziemlich wenig Bewegung kann ja nur zu Übergewicht führen.


Mehr trinken half mir in die richtige Richtung

Mein erster Schritt war, dass ich anfig Buch zu führen, wie viel Wasser ich trinke, um mich auch regelmäßig daran zu erinnern, dass wieder ein Glas auf mich wartet. Denn letztlich vertauscht man Hunger oft mit Durst und das war bei mir ganz klar der Fall. Ich stellte immer eine Wasserflasche oder eine Tasse Tee gut sichtbar auf den Tisch, um mich jedes Mal zu ermahnen, wenn ich auf dem Weg in die Küche zum Snacken war. Natürlich fing ich auch an, mich im Internet und in Büchern zu informieren, welche gesunden Alternativen es für das Frühstück, Mittag- und Abendessen und auch für Snacks gab. Was das angeht, ist das Internet wirklich voll davon. Obwohl es dort auch schwierig ist, raus zu dividieren, was wirklich gesund und was vollkommen übertrieben ist. Aber lesen und sich mit anderen auszutauschen hilft da ungemein!

Von Null auf Hundert in Sekunden war absolut nicht meine Welt

So ging es los, das von Mal zu Mal das Gewicht schon ein wenig runter ging. Und nicht nur das. Ich fing an, mich wohler und fitter zu fühlen. Mein Körper bekam wieder, was er brauchte und das sog er in vollen Zügen auf. Wie eine Pflanze, die lange kein Wasser bekam und gierig alles aufsaugt. Dadurch war ich auch nicht mehr so schlapp und lustlos und dachte langsam auch darüber nach, mich wieder mehr zu bewegen und mit leichtem Sport zu anzufangen. Das ist anfangs gar nicht so einfach, seinen inneren Schweinehund zu überzeugen, dass die Couch doch nicht so bequem ist. Und es dauerte lange, wirklich lange, bis ich die Bewegung regelmäßig in meinen Tag einbaute. Oft versuchte ich es ein paar Tage, danach war die Luft aber wieder raus. Weil ich einfach viel zu schnell, viel zu viel wollte. Weil ich von 0 auf 100 in ein paar Sekunden versuchte zu wechseln. Wenn man seinen Körper und Geist aber jahrelang darauf konditioniert hat, dass Bewegung keinen Spaß macht, ist das langsame Starten wirklich ratsamer. Bis ich das verstand, vergingen allerdings einige weitere Monate, in denen ich nur gelegentlich Sport trieb.


Den richtigen Kick letztlich hat meine Weiterbildung zur Ernährungsberaterin gebracht. Ich lernte, und lerne noch, wahnsinnig viel über den menschlichen Körper, über Zusammenhänge in der Nahrung und Bewegung und es macht einfach Spaß, die Theorie praktisch anzuwenden.
So kam es auch, dass ich eben nicht wieder alles in Lichtgeschwindigkeit erreichen wollte, sondern das ganze Projekt ¨Abnehmen¨ langsam anging.

Der letzte Arschtritt, der mir bis dato fehlte

Der eigentliche Startschuss, an dem es so richtig los ging, war vor genau 3 Monaten. Davor hatte ich zwar auch schon ein paar kleine Kilos verloren, aber vor 12 Wochen ging es los, dass ich neben der Ernährung auch den Sprt wieder in meinen Alltag integrierte.
Es ging mit 2 x 30 Minuten pro Woche los. Schließlich sollte es langsam los gehen, um meinen Körper allmählich an die Veränderung zu gewöhnen.
Doch drei Wochen später erhöhte ich bereits auf 3 x 30 Minuten. Zu zwei Ausdauertagen, kam ein Krafttraining hinzu. Und alle paar Wochen veränderte ich das Pensum zum aktuellen Stand. 3-4 mal pro Woche. 1-2 mal sind Cardio dran. Dazu gehören leichtes joggen, schwimmen, tanzen, Aerobic oder eben worauf ich Lust habe.
Dann noch zweimal Krafttraining: Ober- und Unterkörper. Dafür nehme ich meist Workouts von Youtubern wie von Bodykiss, Fittrio oder anderen. Oder ich nehme eine der vielen Fitnessapps, die es im Appstore so gibt.

Ab und zu mache ich auch eigene Zusammenstellungen, ganz wie meine Laune an dem Tag ist. Manchmal power ich mich mehr aus als an anderen Tagen, aber das ist vollkommen okay.
Schließlich habe ich jahrelang keinen regelmäßen Sport gemacht und diese Regelmäßigkeit ist mir momentan am wichtigsten. Denn nur dadurch findet man seinen eigenen Rhytmus und nur dadurch wird man langfristig Erfolge erzielen. Bei mir sind das jetzt ganze 10kg seit letztem Weihnachten, 8 davon seit meinem neuen Startschuss vor drei Monaten.



Man darf und soll auch mal stolz auf sich selbst sein!

Darauf bin ich mächtig stolz, aber noch stolzer als auf diese, recht belanglose, Zahl bin ich darauf, dass es bei mir endlich Klick gemacht hat. Dass ich Spaß an meiner Ernährung und an der Bewegung habe. Und darauf, dass ich mich nicht, wie schon so oft, auf meinen bisherigen Lorbeeren ausruhe, sondern, dass ich weiter mache.

Allerdings sehe ich das alles auch etwas locker. Wenn es zeitlich wirklich mal nicht geht, ich mich nicht gut fühle oder unterwegs bin, dann wird der Sport einfach verschoben oder ab und an auch mal ausgesetzt. Denn wie anfangs geschrieben, ging es mir eben darum, nicht mein Leben um meine Abnahme zu drehen, sondern meine Abnahme, meine Ernährungsumstellung und den Sport in mein Leben zu integrieren. Und manchmal passt es einfach nicht. Das ist dann auch kein Weltuntergang, denn ich weiß, dass ich weitermache.

Nicht immer alles so engstirnig sehen

Meine Ernährung habe ich vor drei Monaten auch nochmal auf den Kopf gestellt. Ich bleibe nun dabei, dass ich hauptsächlich Vollkorngetreide esse und Wert auf viel Obst und Gemüse lege. Drei Portionen davon sollen über den Tag mindestens drin sein und ich mag es ausgewogen.
Weder auf Kohlenhydrate, Proteine oder Fette will ich verzichten. Versuche da aber, auf die gesünderen Varianten zurück zu greifen.
Nichtsdestotrotz gönne ich mir auch mal Süßigkeiten, einen Wein, Eis oder eine Pizza. Die goldene Mitte ist mir sehr wichtig und was bringt es, eine Zeit lang auf dieses oder jenes zu verzichten, um danach wieder zu essen wie vorher.
Nein, ich will einen Lebenswandel, der so bleiben kann, mit dem ich mich wohl fühle und der zu meinem Leben passt.

Das einzige, auf das ich nun allerdings verzichten werde, sind tierische Produkte. Denn mir fiel auf, dass ich durch Fleisch, Milchprodukte und Eier oftmals körperliche Probleme bekomme. Es geht mir einfach besser, wenn ich mich vegan ernähre. Von den Tieren ganz zu schweigen.
Aus diesem Grund ist das mein einziger Verzicht in Zukunft, den ich aber nicht aus Diätgründen wähle, sondern weil es mir damit besser geht. Und das ist die Hauptsache.

Findet euren eigenen Weg 

Es geht nicht darum, dass ihr einer bestimmten Person nacheifert oder einem Trend hinterher jagt. Es geht um EUREN Weg. Der, der zu euch passt, mit dem es euch gut geht und der euch Spaß macht. Und so lange ihr das beherzigt, werdet ihr Spaß an der Umstellung haben und motiviert an all das heran gehen. Und der Rest, der kommt dann auch!


Eure Muddi

Kommentare:

  1. Hallo Vivi!

    Toller Beitrag und schöner Blog. Du kannst stolz auf Dich sein. Auch ich muss (mal wieder) in die Gänge kommen und werde deinen Blog als Inspiration nutzen! Kannst mächtig stolz auf Dich sein, ich weiss genau wie schwer es ist.


    Herzliche Grüsse aus der Schweiz

    Paula

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    1. Vielen lieben Dank für deinen herzlichen Kommentar! Ohja, es ist oft wirklich schwer in die Puschen zu kommen und vor allem dran zu bleiben. Aber wenn man mal im Flow ist, ist es auch wieder einfacher. :)
      Und ich bin mir sicher, dass du das auch schaffst! ABER, bleib so wie du bist. Denn du bist immer genug. ;)

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    2. Vielen lieben Dank für deinen herzlichen Kommentar! Ohja, es ist oft wirklich schwer in die Puschen zu kommen und vor allem dran zu bleiben. Aber wenn man mal im Flow ist, ist es auch wieder einfacher. :)
      Und ich bin mir sicher, dass du das auch schaffst! ABER, bleib so wie du bist. Denn du bist immer genug. ;)

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  2. Ich habs es gefunden! 😂
    Liebe Vivienne,
    ganz toll, wie du das alles machst. So ganz vernünftig aber mit Herz und ohne Stress! Ich versuche auch momentan ein wenig abnehmen und kann Dich sehr gut verstehen. Weiter so!
    Viele liebe Grüße,
    Pau. ❤️

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    1. Du wirst das auch schaffen. Letztelich ist es vor allem eine Kopfsache. Nur nicht zu sehr stressen (lassen) und dann geht das oft gar nicht so schwer. :)

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  3. Hallo, ich finde es toll, dass du diesen Schritt gewagt hast. Und ja es ist schwer aus der Komfortzone herauszukommen, egal ob es darum geht gewohntes Essen aufzugeben oder mehr Sport zu machen. Ich kenne das, und bei mir geht es nur um 5kg. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude und Spaß, und natürlich Erfolg beim Abnehmen. Das neue Körpergefühl ist wirklich wunderschön ! Liebe Grüße Claudia von http://familylifeloveandcooking.blogspot.de/

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    1. Vielen lieben Dank für deinen lieben Kommentar. Ja, du hast Recht, aus der Komfortzone heraus zu kommen, ist eigentlich die größte Hürde dabei. :)
      Dir ebenfalls viel Spaß und Erfolg!

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Author

Herzlich Willkommen auf meinem Blog 'Muddiwirdfit'. Ich bin Vivi, 25 und wohne im überschaubaren Saarland. Ihr findet bei mir eine bunte Mischung aus Rezepten, DIY Anleitungen, Alltägliches aus meinem Leben (als Muddi) und könnt mir auf meinem Abnehmweg und bei meiner Weiterbildung als Ernährungsberaterin folgen.